Archiv für April 2009

MEXICO in MV

Walpurgis steht vor der Tür.

Die vorletzte Pandemiewarnstufe wurde weltweit ausgerufen.
Mexico ist überall.

Doch in Mexico-Vorpommern brauchen Grillfeste nicht abgesagt werden.

Der sattelfeste Landwirtschaftsminister Backhaus beruhigt seine Landsleute.

Und so hält auch der zuständige Amtstierarzt im Kreis Demmin, den Begriff „Schweinegrippe“ nicht für richtig. „Mexikanische Grippe wäre besser“, meinte er.

Es seien bisher nur Menschen getötet worden, bei Tieren sei das kein Thema.
Aber er habe auch alle „Katastrophenpläne“ in seinem schwarzen Aktenkoffer immer dabei. „Wenn was kommt, kann man sofort reagieren. Das ist normale Tagesarbeit“, sagte er.
Warum aber ein Tierarzt auf eine Pandemie vorbereitet ist, die unsere Tiere eh nicht betrifft, das bleibt die offene Frage.

Wer trägt eigentlich den schwarzen Aktenkoffer für unsere Menschen herum?

Ist vielleicht ein Geschäftsführer im Zweckverband Erholungswesen a.D., der als Wirtschaftsminister dem Genehmigungsverfahren für Europas größte Ferkelfabrik am Tollensetal vorsteht, der Retter in der Not?

Herr Seidel könnte gemeinsam mit seinem berittenen Koalitionskollegen Backhaus eine Kappungsgrenze für Mega-Ställe bei 1500 Tieren in die laufenden Genehmigungsverfahren einbauen.
Das wäre eine tolle Aktion im Wendejubiläumsjahr der friedlichen Revolution.

Es wäre der Gegenentwurf zur praktizierten Megavergasung unschuldiger verdächtiger Vögel vor gar nicht so langer Zeit.

BUGA ohne Eintritt


Kein Eintrittentgelt, das war gestern, zur Eröffnung der BUGA 2009.
Jetzt und an den Folgetagen werden 2 Mill. zahlende Besucher erwartet.
Die besondere Präsenz einer BUGA-Wache auf dem Areal der Bundesgartenschau soll für einen polizeilich gesehen reibungslosen Ablauf dieses Großereignisses sorgen. Der Leiter der Polizeidirektion Schwerin, Knut Abramowski, hatte schon den Zaun des G8 Gipfels in Heiligendamm bewacht.

22.4.1915

Bundesgartenschau in Schwerin

Auch das Gülleland hat eine Vorgeschichte:

Fritz Haber

heiratet die Chemikerin Clara Immerwahr.

Haber findet eine Möglichkeit zur Stickstoffbindung durch Synthese von Wasserstoff und Luftstickstoff zu Ammoniak. Sie wird ein Jahr später von Carl Bosch für die Umsetzung in der industriellen Produktion weiterentwickelt. Haber setzt das Verfahren der Ammoniaksynthese in der deutschen Stickstoffindustrie durch.

Zu Kriegsbeginn stellt er seine Arbeit der Obersten Heeresleitung (OHL) zur Verfügung.

Am 22. April1915 überwacht Haber den ersten deutschen Gasangriff bei Ypern:

Seine Frau Clara, geb. Immerwahr, nimmt sich das Leben.

Den völkerrechtswidrigen Einsatz von Giftgas an der Front regt Haber selbst an.
Er wird nach dem Kriege von den Siegermächten als Kriegsverbrecher gebrandmarkt und auf die Liste der auszuliefernden Personen gesetzt.

Er erhielt die Auszeichnung mit dem Chemie-Nobelpreis für die Ammoniaksynthese.

Heute hat man festgestellt, dass die Amoniak-Wolken aus Holland noch bis Lappland nachweisbar sind.

Früher dachte man in Holland, das sei ein regionales Problem.

Heute siedelt die Landesregierung aus MV Güllefabriken hollendischer Investoren an, um neben der Veredlung ihres Gesundheitslandes, Ökostrom und Ersatz für den teuer gewordenen Kunstdünger zu befördern.

Doch vor allem der Stickstoff-Anteil der Gülle aus der Biogasanlage ist schneller löslich als herkömmliche Gülle und wirkt in ähnlicher Weise wie Kunstdünger, inklusive durch die verstärkte Gefahr von Auswaschungen ins Grundwasser.
Durch schwere Maschinen wird der Boden noch zusätzlich verdichtet. Die Bodenqualität sinkt und immer mehr Dünger und Pestizide müssen zum Einsatz kommen.
Allergiker sind eine wachsende Größe in der schrupfenden Bevölkerung.

MV tut ja so gut.

ankunft demo
Sternmarsch gegen Europas größte Ferkelfabrik am Tollensetal.