Archiv für August 2009

Rosen, Tulpen, Nelken,

alle Blumen welken, aber nur die eine nicht, und die heißt: Vergissmeinnicht. Jedes Jahr am 25. April wird in Portugal der Tag der Freiheit (O Dia da Liberdade) gefeiert in Erinnerung an die Nelkenrevolution im Jahre 1974, die die damalige Diktatur beendete. Das Regime wollte, im Gegensatz zum Volk, unbedingt seine Kolonien halten, koste es was es wolle. Die Nelkenrevolution unterscheidet sich von anderen Revolutionen durch ihren abenteuerlichen, aber gleichermaßen friedlichen und lyrischen Charakter. Nelken wurden in Gewehrläufe gesteckt. Ein Vierteljahrhundert danach brach die friedliche Revolution im geteilten Deutschland aus. In der Folge wurde das geeinte Vaterland am Hindukusch verteidigt. 1956 wurde Franz-Josef Strauß, der direkt nach dem 2. Weltkrieg noch erklärt hatte „Wer noch einmal eine Waffe anfasst, dem soll die Hand abfallen“ Verteidigungsminister. Später übernahmen die Grünen Regierungsverantwortung und marschierten in das Land ihrer Träume ein. Es ging mal wieder um die FREIE ERDE. Hervorgegangen aus der Freien Erde, dem ehemaligen Organ der Bezirksleitung Neubrandenburg der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands ist nach der Wende der Nordkurier im NeuBundesland MV. Alle Gesellschafter sind Westverlage. Das liebe Geld ist nötig für die Meinungsbildung. Auch 20 Jahre nach der friedlichen Revolution hat sich daran nichts geändert. Und unsere liebe Kanzlerin verspricht eine Zusammenlegung der Bildungsmaßstäbe. Föderalismus war gestern im Westen angesagt. Aber im Osten geht die Sonne auf und wenn sie untergeht, dann hat sich einiges verändert auf der ganzen Welt. Also: Dem Morgenrot entgegen.meister
Die Banken bringen ihr Geld unter die Erde. Ackern loht sich wieder weltweit.

NEUE SCHWEINE braucht das Land

Zur Jahrtausendwende hat Papst Johannes Paul II in Rom dem Gebrauch von Schweinen als Organspender zugestimmt. „Alle Welt redet von Schweinegrippe. Aber in Deutschland hat bisher Gott sei Dank kein Schwein Grippe. Daher sollte man konsequenter Weise von Neuer Grippe sprechen“, sagte der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes, Helmut Born, der „Passauer Neuen Presse“. Für ihn ist umgekehrt der Mensch für das Tier gefährlich. „Tiermörder“ und ähnliche Parolen beschmierten kürzlich das Haus des Oberbürgermeisters von Hannover, einem Befürworter des Impfstoffzentrums des Pharmakonzern Boehringer Ingelheim. Das Problem ist: Für den Test von Schweineimpfstoffen werden Schweine benötigt, bis zu tausend Tiere vor Ort. Eine „Bürgerinitiative gegen Massentierversuche in Wohngebieten“ wurde gegründet: Akademiker im Ruhestand, ein Ex-Vorstand, ein ehemaliger Theaterintendant, einige Anwälte… ein Architekt aus dem bürgerlichen Stadtteil Kirchrode. Und natürlich bestehe die Gefahr, dass Krankheitserreger entkommen könnten. Ein Labor ist ein Abenteuer mit vielen Unbekannten“. Seit Juli wird das geplante Gelände von einer Protestgruppe auswärtiger Aktivisten besetzt gehalten.polizei
Die Demminer Polizei bewachte am Wochenende rund um die Uhr ein potentielles Einsatzgebiet der Schweineimpfstoffe in M-V. Umweltaktivisten mit Samba-Rhythmen und Transparenten protestierten gegen die Ferkelfabrik am Tollensetal, mit 10 000 Muttersauen und 250 000 Ferkeln jährlich. Für das kommende Jahr ist die vierte Tagung des Forschungszentrum Katastrophenrecht in Vorbereitung. Sie wird unter dem Titel „Pandemie als Herausforderung für die Rechtsordnung“ am 18. Februar 2010 im Fritz-Reuter-Saal an der Humboldt-Universität zu Berlin stattfinden. „Wir brauchen dringend gänzlich andere Betrachtungsweisen“, sagte Prof. Dr. Wolf Dombrowsky, Katastrophenschutzexperte von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel auf der 8. DStGB Sicherheitskonferenz. Schweinegrippe als Pandemie, das wäre ein Ernstfall, der eine Bedrohung für die deutsche Bevölkerung ergeben und nach Prognosen größere Verluste als der letzte Weltkrieg bringen würde. Entscheidend sei eine „Härtung“ der Bevölkerung für einen Krisenfall. Dombrowsky sprach sich für eine „Härtungsagentur“ aus.
2010 wird auch die erste Transplantation eines Schweineherzens in einen Menschen erwartet. Doch zuvor ist zu klären, wie krank machende Erreger nicht vom Tier auf den Menschen hüpfen. Schweine sind wegen ihres Stoffwechsels, der dem des Menschen ähnelt, die favorisierten Spendertiere. Das Robert Koch Institut versucht sich an der Zucht gentechnisch veränderter Schweine, die keine so genannten porcinen endogenen Retroviren (PERV) freisetzen. PERV stellen ein besonderes Risiko für die Xenotransplantation dar, da sie im Erbgut aller Schweine vorhanden sind und menschliche Zellen infizieren können. „Wir müssen sehr genau die Risiken für die Allgemeinheit bedenken, die durch die mögliche Entstehung neuer Krankheiten gegeben ist, auch wenn wir einen einzelnen durch ein tierisches Organ retten könnten.“ So brachte es Prof. Reinhard Kurth noch 1998 auf den Punkt.
Und jetzt ist sie da, die NEUE GRIPPE. Und keiner will es gewesen sein.
Wo bleiben die blühenden Landschaften?