Archiv für Oktober 2009

Blindenwesen

Am Ende des Tunnels sollte es Licht geben. Schwarz-Gelb legt ein 750 Mio. Euro- Sofortprogramm für notleidende Bauern auf. Der Anbau der Industrie-Genkartoffel Amflora wird unterstützt. Nach 80 langen Jahren fiel der schwarze Freitag in Deutschland auf einen Sonntag. Aus der Krise gestärkt hervorgehen, das war mehr als nur ein Wahlversprechen. Doch zeitgleich hat der neue Friedensnobelpreisträger den nationalen Notstand ausgerufen. Es soll bereits 1000 Tote geben im freiesten Abendland. Dort haben schon 60 Millionen US-Bürger ihre Haut den Pharmavertretern zur Verfügung gestellt. Viel besser ist keine andere Geschäftsidee auf den Punkt zu bringen. So werden heute die Massen ergriffen. Nur noch wenige unserer Menschen im geeinten Vaterland kennen eine etwas andere Geschichte. In den 60. Jahren gab es die Bewegung der Kanülenträger unter den negativen Jugendlichen. Sie trugen die Haare mindestens bis zur Schulter und wollten sich den Sozialismus nicht einimpfen lassen. Dann kam die Wende. Ab heute können sich die Norddeutschen gegen die Schweinegrippe impfen lassen. MV ist für die größte Impfaktion in der Geschichte des Landes gut gerüstet. Das landeseigene Gesinnungsradio Nr.1 läuft auf Hochtouren. Ob der extra verstärkte Einheitsimpfstoff ein zweites Mal nachgestochen werden muss, wird entgegen anderer Verlautbarungen im Unklaren gelassen. In New York aber protestiert das Pflegepersonal im realexistierenden Kapitalismus gegen die Zwangsimpfung unter dem ersten schwarzen Präsidenten. Dort gibt es keine Unterstützer auf der anderen Seite der Mauer. Der 9.11. kommt täglich näher. Vergangenheit ist schwer aufzuhalten in der Feierabendgesellschaft.
blackday Ein neues Rechtssystem wurde installiert im ehemaligen Unrechtsstaat. Eine friedliche Revolution ist immer noch etwas Besonderes. Die weitere Welt sieht anders aus. Ein schwarzer Tag hinterläßt ein teilweise zerstörtes Justizministerium im befreiten Morgenland. Über 130 Tote sind der Kollateralschaden des Doppelanschlags in Bagdad.
Das freiwillige Sichstechenlassen kann auch genossen werden. Das Vegetarierspektakel der anderen Art liefert ungewohnte Bilder in die weite Welt. Vegetarier aller Länder vereinigt euch…

WIR sind das volk

Sie war „die schönste BUGA aller Zeiten“ – so urteilte der Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Till Backhaus und: „Die Buga ist in den Herzen der Menschen angekommen“. Aber der Impfstoff gegen die Schweinegrippe hat unsere Menschen noch nicht erreicht.
50 Millionen Dosen „Pandemrix“ sind schon unterwegs. Die größte Impfaktion in der Geschichte der Bundesrepublik ist seit heute in vollem Gange. Aber nur 12 % wollen sich impfen lassen. Selbst der Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble verkündet: „Ich weiß gar nicht, ob ich mich jemals impfen lassen werde.“ Damit entzieht er sich elegant der Wahlfreiheit zwischen dem verstärkten „Pandemrix“ fürs Volk und dem Impfstoffe „Celvapan“ ohne Zusatz- und Konservierungsstoffe für die Bundeswehr im Inneren. Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin, Michael Kochen, rät den deutschen Hausärzten von der Impfung ab. „Das Schadensrisiko überwiegt den Nutzen“, sagte der Göttinger Professor.
Aber die oberste deutsche Bundesgartengestalterin setzt auf ihren Hausarzt. Von dem bekommt sie – wie jeder Bürger – den Massen-Impfstoff Pandemrix. „WIR sind das volk“ bekommt so seine ursprüngliche Bedeutung: Pluralis Majestatis!
wir sind das volk Auch kurz vor dem Jahrestags des Mauerfalls ist im wiedervereinigten Krisendeutschland der tradierte Händedruck noch immer erlaubt. Die überwundene Diktatur wird anders dirigiert.
Die Schweiz hat da schon etwas radikalere Maßnahmen. Eine Versicherungsgesellschaft verfügte ein strenges Händedruck-Verbot.
Doch dort wo der Patriot-Act gilt, im freiesten Land der Erde, muss sogar zwangsgeimpft werden.
Das Schweinesystem ist in sich stimmig und weiter ausbaufähig. So oder so… heile Welten sind eine feine Sache.

Nebenfunktion Wohnen

Heute ging es zu Ende, das einmalige Großereignis in der kleinsten Landeshauptstadt im Westen des Ostens. Pünktlich zum 60. Jahrestag der DDR verkündeten die Organisatoren 1.830.000 Gäste. Auch die wirtschaftlichen Effekte sind beachtlich. Ein neues „WIR-Gefühl“ ist entstanden. Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz hob in seinem Statement hervor: „Die Bundesgartenschau Schwerin 2009 ist ein Symbol für den Zukunftswillen der Region und eines ganzen Landes…“ Doch Vorpommern, der Landesteil hinter dem Bindestrich ist wieder mal außen vor geblieben. Im Demminer Land darf es nicht nach Blumen richen. Hier ist eine andere Veredlung geplant. Hier werden andere Investoren erwartet. Das Modell der zentralen Orte ist immer noch die Grundlage für Raumplanung. Walther Christaller konnte seine Theorie, als Umsetzung des „Führerprinzips“ in die Raumordnung als Mitarbeiter im SS-Planungsamt praktisch im Osten durchsetzen. Das Ziel war ein leistungsfähiger Agrarraum mit dezentralisierten Industrie- und Siedlungsstrukturen. Zum 20. Wendejubiläum ist es unübersehbar geworden, das Bild vom Volk ohne Raum wurde durch einen Raum ohne Volk abgelöst. In der gebietsbezogenen Entwicklungsstrategie des Demminer Landes, ist Wohnen als Nebenfunktion geplant. Das gilt auch für die Städte Demmin, Malchin, Altentreptow, Dargun, Jarmen, Loitz, Stavenhagen und sogar Neubrandenburg. Diese sind hauptsächlich für die Versorgungs- und Wirtschaftsstandortfunktionen zuständig.
Wohnen im ländlichen Raum
ist hier dieser Aufgabe untergeordnet. dachSo wandert das Volk in urbane Zentren. Der Freiraum für moderne Massentierquartiere kann sich entfalten. Diese Hauptfunktion kommt als Erzeugung hochwertiger Nahrungsmittel und regenerativer Energie daher. „Unser Land kann sich nicht selbst von Schweinefleisch ernähren“, schwadronieren die Landespolitiker und verschweigen den Mangel an anderen selbsterzeugten Lebensmitteln. Der Kartoffelanbau ist um 85% zurückgegangen und neben Getreide gibt es noch ein paar Zuckerrüben und Raps ohne Ende.
Auch wenn inzwischen 1 Mrd. Menschen hungern, der deutsche Generalplan orientierte sich an anderen Werten und auch der neue Friedensnobelpreis ist ohne die Erfolgsgeschichte des Dynamiterfinders undenkbar.
Die neueste Superbombe ist mal wieder auf dem Vormarsch!
Der Planer für den Osten Konrad Meyer wurde in Nürnberg freigesprochen…
Die Planwirtschaft wurde auch nach der friedlichen Revolution nicht eingestellt.

…und morgen die ganze Welt!

es wurde also mal wieder gewählt in Deutschland. Die Kanzlerin versprach, aus der Kriese gestärkt hervorzugehen. Unser Wahlvolk hat es ihr ermöglicht.
Ihr Wunsch nach Wachstum ist ungebrochen. Das Wachsen gehört zur Traditionspflege des deutschen Exportweltmeisters. Er glaubt an seine Rechte.copyphallusHeute vor 60 Jahren wurde aber nicht nur die patentamtslose Zeit in Deutschland beendet. Auch auf der anderen Seite der Welt wird gefeiert. Am chinesischen Nationalfeiertag vor 20 Jahren waren zwei ausländische Anwälte nach China eingeladen worden, um Vorlesungen über das Patentgesetz zu halten. Als sie im Rahmen einer Zeremonie am Tiananmen-Platz im Herzen der chinesischen Hauptstadt Beijing sprachen, hatte kaum einer der Teilnehmer jemals von dem Wort „Patent“ gehört. Dort ließ die kommunistische Führung hunderttausende Soldaten zu ihrer bisher größten Militärparade antreten, bei der modernste Waffensysteme gezeigt und so der Aufstieg zur Weltmacht symbolisiert wurde. Auch der ferne Amtskollege unserer östlichen Kanzlerin beweist seinen Sinn für Geschichte, statt des sonst üblichen Anzugs trug er eine Mao-Uniform.
Der schöne Spruch aus der Natur „Wachse oder weiche!“ hat seine Bedeutung noch nicht verloren. Auch die verlorenen Weltkriege orientierten sich an den knapper werdenden Absatzmärkten auf unserem begrenzten blauen Planeten. Die bundesdeutschen Gartengestalter haben wenig übrig für eine kleinteilige Welt.
Dem von der UNO und der Weltbank in Auftrag gegebenen Welternährungsbericht haben unsere Agrargiganten die Zuarbeit verweigert. Und so haben 500 andere internationale Wissenschaftler herausgefunden, dass die Gewährleistung der globalen Ernährungssoveränität nur durch eine Stärkung der landwirtschaftlichen Kleinproduzenten zu erreichen ist. Agrochemiefirmen wie Monsanto, Syngenta und BASF, die an der Ausarbeitung des Berichtes beteiligt waren, zogen vorzeitig ihre Mitarbeit zurück. Die USA, Kanada und Australien haben den Schlussbericht wegen der Kritik an der zu raschen Marktöffnung nicht unterzeichnet. Der Markt muss sich grenzenlos entfalten können. Aber eine Bewegung der anderen Art bewegt sich gegen diesen Strom: „Décroissance“, Schrumpfung von allem was Stress produziert und die Umwelt kaputt macht. Für die Décroissance machen sich immer mehr französische Intellektuelle, Künstler, aber auch einfache Leute stark – doch die Mainstream-Medien berichten kaum über diese Bewegung.
Und die Bundesgartenschau kann wie unsere Kanzlerin letztendlich einen dicken Gewinn verbuchen. Heile Welten werden in bösen Zeiten immer begehrenswerter.
Wollt ihr das totale Wachstum ?
Kollateralschäden stehen nicht auf der Packungsbeilage.