…und morgen die ganze Welt!

es wurde also mal wieder gewählt in Deutschland. Die Kanzlerin versprach, aus der Kriese gestärkt hervorzugehen. Unser Wahlvolk hat es ihr ermöglicht.
Ihr Wunsch nach Wachstum ist ungebrochen. Das Wachsen gehört zur Traditionspflege des deutschen Exportweltmeisters. Er glaubt an seine Rechte.copyphallusHeute vor 60 Jahren wurde aber nicht nur die patentamtslose Zeit in Deutschland beendet. Auch auf der anderen Seite der Welt wird gefeiert. Am chinesischen Nationalfeiertag vor 20 Jahren waren zwei ausländische Anwälte nach China eingeladen worden, um Vorlesungen über das Patentgesetz zu halten. Als sie im Rahmen einer Zeremonie am Tiananmen-Platz im Herzen der chinesischen Hauptstadt Beijing sprachen, hatte kaum einer der Teilnehmer jemals von dem Wort „Patent“ gehört. Dort ließ die kommunistische Führung hunderttausende Soldaten zu ihrer bisher größten Militärparade antreten, bei der modernste Waffensysteme gezeigt und so der Aufstieg zur Weltmacht symbolisiert wurde. Auch der ferne Amtskollege unserer östlichen Kanzlerin beweist seinen Sinn für Geschichte, statt des sonst üblichen Anzugs trug er eine Mao-Uniform.
Der schöne Spruch aus der Natur „Wachse oder weiche!“ hat seine Bedeutung noch nicht verloren. Auch die verlorenen Weltkriege orientierten sich an den knapper werdenden Absatzmärkten auf unserem begrenzten blauen Planeten. Die bundesdeutschen Gartengestalter haben wenig übrig für eine kleinteilige Welt.
Dem von der UNO und der Weltbank in Auftrag gegebenen Welternährungsbericht haben unsere Agrargiganten die Zuarbeit verweigert. Und so haben 500 andere internationale Wissenschaftler herausgefunden, dass die Gewährleistung der globalen Ernährungssoveränität nur durch eine Stärkung der landwirtschaftlichen Kleinproduzenten zu erreichen ist. Agrochemiefirmen wie Monsanto, Syngenta und BASF, die an der Ausarbeitung des Berichtes beteiligt waren, zogen vorzeitig ihre Mitarbeit zurück. Die USA, Kanada und Australien haben den Schlussbericht wegen der Kritik an der zu raschen Marktöffnung nicht unterzeichnet. Der Markt muss sich grenzenlos entfalten können. Aber eine Bewegung der anderen Art bewegt sich gegen diesen Strom: „Décroissance“, Schrumpfung von allem was Stress produziert und die Umwelt kaputt macht. Für die Décroissance machen sich immer mehr französische Intellektuelle, Künstler, aber auch einfache Leute stark – doch die Mainstream-Medien berichten kaum über diese Bewegung.
Und die Bundesgartenschau kann wie unsere Kanzlerin letztendlich einen dicken Gewinn verbuchen. Heile Welten werden in bösen Zeiten immer begehrenswerter.
Wollt ihr das totale Wachstum ?
Kollateralschäden stehen nicht auf der Packungsbeilage.