Archiv für Dezember 2009

Bäume statt Böller***

Der Krankenstand in deutschen Betrieben war 2009 so niedrig wie selten zuvor. Er gehört zu den niedrigsten seit Einführung der Krankenstatistik im vergangenem Jahrtausend. Die weltweite Pandemie hat die Widerstandskräfte unserer Menschen nicht brechen können. Für den großen Jahresausklang gibt der Durchschnittsbundesbürger ca. 1,25 € für Böller aus. Dieses unübersehbare Feuerwerk hat auch die großen Kirchen erreicht. Zum Jahresende wird traditionell an Besinnung appelliert. Doch das Ende des Jahres könnte teurer werden. Der Bundesgesetzgeber hat nämlich zum 1. Oktober 2009 das Sprengstoffgesetz geändert. Demnach ist „das Abbrennen von pyrotechnischen Gegenständen in unmittelbarer Nähe von Kirchen verboten.“ Wer seine 1,25 € trotzdem nicht in Brot investieren will, um über eine Mrd. Hungerleider zu füttern, kann zum Jahreswechsel auch etwas gegen den Klimawandel tun. Eines der waldärmsten Bundesländer (nur noch die 3 Stadtstaaten und das moorreiche SH haben weniger Wald) appelliert an die Ballermänner und -frauen, Waldaktien zu kaufen.
Die bundesweit verpulverten 10.000 Tonnen Feuerwerkskörper würden 2.100 Tonnen Kohlendioxid freisetzen. Das entspricht einem Bruchteil der CO2 Menge, die für die Teilnehmer der Klimakonferenz in Kopenhagen (Anreise, Hotel, Aktivitäten) freigesetzt wurde. Diese CO2 Menge soll über wachsende Bäume, durch die Waldaktie finanziert, wieder ausgeglichen werden.
böllerbaumEin Baum kostet 10 €. So entstehen Klimawälder derzeit in Mecklenburg-Vorpommern und künftig auch in Chile. Klimaschutz made in M-V! Die seit Jahren angestrebten 29% Bewaldung Meck-Pomms sind damit bisher nicht erreicht worden. Die hiesigen Klimawälder sind Splitterflächen von ca. 1-3 ha. Um aus den vorhandenen Wäldern der vielen kleinen Waldbesitzer mehr herauszuholen, haben sich 2007 unterschiedliche Akteure zur gemeinnützigen Initiative, wald-wird-mobil.de, zusammengeschlossen. Der erste der vorhandenen „Klimawälder“, ein Fremdkörper in der Großraumforstwirtschaft, wurde schon umgesiedelt. Die neue Waldfläche am Golchener Gebirge, 30 km nördlich von Neubrandenburg, ist reserviert für Großaktionäre und Sponsoren. Hier werben Unternehmen für ihr grünes Unternehmertum. Lebenslust verspricht einen Krisenstab gegen den Stress des Alltags und CLEAN SERVICEPOWER neutralisiert energetische Belastungen und harmonisiert Gebäude und Räume. Auf der 2,8 ha großen Aufforstungsfläche im Landkreis Mecklenburg-Strelitz hat ein Jeep-Familientreffen mit 1600 Teilnehmern in einem Schlossgarten, seine CO2-neutralen Spuren hinterlassen.
10.000 € kostet ein Klimahektar beim Backhausminister. 1932 € Erstaufforstungsprämie pro ha stehen den Landwirten zu, 900 € allen anderen Bürgern. Doch Großraumlandwirtschaft bleibt eine heilige Kuh in Meck-Pomm, mit all ihren Nebenwirkungen. Durch die geplante Wiedervernässung der Moore wird sich der Deutsche Wald auch hier wie gewohnt gewaltig entfalten. Neuer Lebensraum für die sich schon durch den Maisanbau verdreifachte Wildschweinmenge wartet auf die Jagd.
German Pellets weist den Weg in die neue Zeit. Doch der zuständige Minister will seine Impfstrategie fortsetzen. Gegen die Mehrheit der anderen Bundesländer will er die Pflichtimpfung gegen die Blauzungenkrankheit, nicht nur für Zucht- und Nutzvieh, sondern auch für die Wildbestände.
Überschüssiger Impfstoff gegen die Schweinegrippe belastet inzwischen die Haushalte. Er soll in arme Länder exportiert werden. Die Ukraine hat bereits Kaufinteresse an 2,2 Millionen Impf-Dosen signalisiert. Dort ist die nationale Sicherheit bedroht. Im Januar stehen Präsidentschaftswahlen vor der Tür. Der Schweizer Pharmakonzern Roche hat bereits 16 Tonnen des Grippemittels Tamiflu zu einem Sonderpreis zur Verfügung gestellt.
Und in den Niederlanden sollen bis Ende Januar auf 61 infizierten Höfen rund 40.000 trächtige Ziegen und Schafe sowie Böcke durch eine Giftspritze getötet werden.


Prost Neujahr!

kriegsähnliche Zustände

„…ALLES ANDERE IST NICHT DENKBAR und wäre eine Flucht vor Verantwortung, die wir uns nicht leisten können.“ So sprach der neue deutsche Bundesumweltminister. Er plädiert trotz Klimawandels für den Bau neuer Kohlekraftwerke. Auch die Kernenergie habe für ihn die Funktion einer Brücke ins regenerative Zeitalter. Doch das Undenkbare trat wieder mal ein. Eine lapidare Absichtserklärung der großen Führer dieser Welt wurde zur Kenntnis genommen beim sogenannten Klimagipfel. Oh wie ist es kalt geworden und die Sonne scheint nicht mehr. Doch schon morgen kommt die Wende. Es wird wohl wärmer werden.
westendAbwrack- und nicht Umweltprämie ist das Wort des Jahres geworden. Die Versprechen von gestern haben ihre Bedeutung verloren. Auch der Hunger ist immer noch nicht halbiert. Es herrschen kriegsähnliche Zustände. Politik ist die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln. Dafür gibt es Verantwortliche. Die können dem globalen Druck des Marktes schwer widerstehen: „Die Globalisierung, da ist es wie mit dem Wetter. Die Globalisierung haben wir als Bauernverband nicht zu verantworten, sondern das wollte unsere Volkswirtschaft, das wollte die Industrie, das wollten aber auch viele unserer Mitbürger und wir haben uns darauf einzustellen. WIR KÖNNEN NICHT ZU WELTMARKTPREISEN PRODUZIEREN, dann muss dies über Transferzahlungen eben ausgeglichen werden…“ So sprach der deutsche Bundesbauernpräsident Sonnleitner.
Ja, welche Bauern können denn zu Weltmarktpreisen produzieren? Vielleicht die von Mc Pomm? „Aus globaler Sicht verfügt Deutschland über sehr geeignete Standorte für die Getreideerzeugung und innerhalb dieser zählt die Agrarregion Mecklenburg-Vorpommern zu den besten für den Getreideanbau.“ Das schrieb Mc Pomm’s amtierender Landwirtschaftsminister für seinen Doktortitel und kam dennoch zu keinem anderen Schluss als Herr Sonnleitner: „Die Getreideproduktion hat sich in den letzten Jahren in Mecklenburg-Vorpommern durch die Nutzung des wissenschaftlich-technischen Fortschritts und das hochqualifizierte Personal auf allen Ebenen der Produktion enorm entwickelt. Trotzdem kann selbst in den guten Betrieben Getreide nicht zu den heutigen Weltmarktpreisen kostendeckend erzeugt werden.“ Das war noch vor der Krise, in der die Agrochemieindustrie 30% Plus und die Bauern 24% Minus gemacht haben. Für den Agrardoktor sind nur größere Betriebe wirtschaftlich, die eine hohe Auslastung großer und moderner Maschinen gewährleisten. Und so steht die subventionierte Wirtschaftlichkeit der technikgläubigen Exportbauern dem Hunger der Welt gegenüber und alle reden vom Klimawandel, der eine höhere Effizienz noch modernerer Maschinen als Tribut fordert, wie der Drache die Jungfrau.
Und Mutter Erde bekommt zur Totalrasur die dazu passenden Schädlingsvernichter. Statt der kühlenden Vegetationsdecke sind Windkraftanlagen besser abrechenbar: „…neulich ist uns doch eine Kuh in den Propeller geraten – ritsch-ratsch, weg war sie“ das erkannte schon Gregorij Kossonossow. Ja es gibt mehr Wind in ausgeräumter Landschaft.
Aber wir alle hängen am Tropf des Wasserkreislaufs. Der ist die entscheidende Komponete im Überlebenskampf. Revitalisierung durch Bewaldung ist ein grundsätzlich anderer Lösungsansatz als der Betrug des CO2- Handels. Unser vorhandenes Schweinesystem der globalen Müllproduktion hat jetzt die Währung, die ihm entspricht:
Alte Kulturen verehrten göttliche Edelmetalle, die Industriealisierung band den Dollar ans Erdöl und die neuen Wertpapiere sind GLOBALE VERSCHMUTZUNGSRECHTE, analog zu den Varkensrechten in den Niederlanden. Wie kann man die Welt am schnellsten zur Sau machen?
Das Wachstumsbeschleunigungsgesetz wird nicht reichen.
Immer mehr- immer mehr- immer mehr…

WARum MORD oder TODSCHLAG

Der Tod hat viele Gesichter. Und manchmal ist der Tod ein Schwein. Diese Nachricht kam aus dem fernen Afghanistan. Oberst Klein aber hat bisher Schwein gehabt. Für alle Bundeswehrsoldaten in Afghanistan gehört die Impfung gegen die Schweinegrippe zur Pflichterfüllung. Erst drei Truppenangehörige sind ihm bisher offiziel erkrankt. Aber nach einem Bericht von Focus seien alleine im Bundeswehrlager Mazar-i-Sharif 25 Fälle aufgetreten. Obwohl die Bundeswehr und die mit ihr in so genannten „Regionalen Wiederaufbauteams“ zusammengefassten Organisationen schon lange keine Brunnen und Schulen bauen, Selbstverteidigung und wenig Kontakt zur ansässigen Bevölkerung wird groß geschrieben, sind die Befürchtungen der Bundeswehr, mit ihren Auslandseinsätzen zur Verbreitung der Schweinegrippe beizutragen, durchaus real und als objektiv einzuschätzen. Schon früher wurden im Zuge des Kolonialismus durch von Soldaten eingeschleppter Erreger ganze Stämme und Völker vernichtet. Auch waren es selten die Erreger alleine, welche die Menschen umbrachten, sondern andere, alltägliche Krankheiten, die bei Unterernährung, schlechten hygienischen und allgemeinen Lebensbedingungen in Verbindung mit diesen tödlich wirkten. Die Verteidigung unserer täglichen Mohnbrötchen in einem der unterentwickeltsten Länder der Erde kostet das deutsche Frühstücksvölkchen schon heute 4 Mrd. Euro. backmohn.
So einige Blütenträume sind ausgeträumt. Noch 2002 kam es, anläßlich des Besuches des US-Präsidenten Bush in Berlin zu Demonstrationen von Zehntausenden. Der Grünen-Chefin Claudia Roth wurde Limonade über den Kopf gegossen. Unter lauten Sprechchören „Kriegstreiber“ und „Heuchler“ wurde eine grüne Kundgebung abgebrochen. Inzwischen sind unzählige Burkaträgerinnen Opfer der NATO-Befreiungsschläge geworden. Jeder Krieg entwickelt seine Eigendynamik. Außerhalb parlamentarischer Kontrolle praktizieren Kommandos von Spezialkräften die Freiheit der Kriegskunst… KSK steht nicht nur für die Sozialversicherung der sich vermarktenden Künstler in Deutschland.
Die Besatzer agieren aus der Position des vermeindlich Stärkeren. Auch der Schießbefehl auf die steckengebliebenen Tanklaster folgte dieser Logik. Das Töten unbeteiligter Zivilisten als Kollateralschaden wurde nicht nur in Kauf genommen, weil der eigene gute Zweck dieses Mittel rechtfertigte, sondern weil es keinen nennenswerten Hinderungsgrund für diese Tat gab und gibt. 3 Millionen Euro Entschädigung sind ein Schnäppchenpreis für den gewaltigen Luftschlag mit der entsprechende Wirkung auch ohne die gewünschten 6 Bomben. Die größte Opferzahl von Zivilisten auf deutschen Befehl, seit dem 2. Weltkrieg wird in die Geschichte eingehen. Dieser Anfang ist zwar durch weitere Aktionen durchaus zu übertreffen, doch der Verdienst dieser Pioniertat kann dem Oberst Klein nicht mehr genommen werden.
Trotz alledem:
gute zweidrittel der deutschen Frühstücksgesellschaft sind gegen diesen Krieg,
auch wenn die deutschen Bundesgartengestalter vorgeben, die humanitären Maßstäbe unserer Welt dort zu verteidigen.

Tausendjähriges Rehlein

Unser erster Ex-Fußballprofi ist verstorben. 100 000 Deutsche seien schon erkrankt und das erste deutsche Schwein wurde von einem Menschen angesteckt. Aber im schönen Bundesland MV wird weiter auf Schutz vor „Neuer Influenza“ gehofft. Die bisher vermiedene Einheit mit der bundesweiten Berichterstattung zur Schweinegrippe wird sich nicht länger aufhalten lassen, trotz Veredlungsoffensive im schwarzroten Koalitionsvertrag Meck-Pomms. Dem Einheitskanzler wurde nicht ohne Grund ein „Millenium- Bambi“ überreicht. Der treue Deutsche und große Europäer hinterließ die Worte:
Wir haben Friede, und mehr kann man überhaupt nicht erwarten.“bluttor
Im Vorfeld des sich massiv ankündigenden Friedensfestes hat Bayern-Präsident Uli Hoeneß auf einem Weihnachtsmarkt in München 1.500 Würstchen spendiert, diese gegrillt und dann an Besucher für einen guten Zweck verkauft. „Würstchen Uli“ ist mit seinem Fleischbetrieb „HoWe“ nämlich Marktführer bei den „Original Nürnberger Bratwürsten“. Sein Sohn Florian, der dort die Geschäfte führt, kam auf die Idee, die Stadt Nürnberg, berühmt gemacht durch ihre Nürnberger Würste, verdiene ein Wurstmuseum im Henkershaus auf der einzig noch erhaltenen überdachten Pegnitzbrücke. Das dort noch residierende Museum für Rechtsgeschichte gehört zu einer anderen Epoche. Die Nürnberger Prozesse sind verjährt. Inzwischen werden unsere Soldaten am Hindukusch verteidigt und die Übergabe eines Bambi an den scheidenden Bayern-Manager wurde stellvertretend von einem „Verteidigungsminister im Abendkleid“ praktiziert. Auch wenn Karl-Theodor zu Guttenberg einen deutsch ausgeführten Luftschlag als militärisch für „nicht angemessen“ benannte, will er den dafür verantwortlichen „Oberst Klein nicht fallen lassen“.
Statt zur Kenntnis zu nehmen, dass ein asymmetrischer Krieg mit einer konventionellen Kriegsstrategie, unabhängig vom Grad der militärischen und technologischen Überlegenheit, nicht gewonnen werden kann, wird jetzt voll auf Sieg gesetzt. US-Obama will den Afghanistan-Krieg vor seiner Wiederwahl gewinnen. Die dafür eingesetzte Kriegsmacht soll auf 100 000 Soldaten aufgestockt werden. Das ist mehr als die dreifache Menge der Bush-Kämpfer vor seiner Amtseinführung. Noch Anfang des Jahres hat er noch etwas ganz anderes gesagt, nämlich dass der Krieg in Afghanistan nicht gewonnen werden kann. Jetzt heißt es: „Unsere Freunde haben gekämpft, geblutet und sind gefallen an unserer Seite in Afghanistan. Nun müssen wir zusammenstehen, um dieses Krieg erfolgreich zu beenden.“ „Dies ist nicht nur Amerikas Krieg“, sagte Obama. Schulterschluss ist angesagt.
Aber die USA sind das einzige NATO-Mitglied, das dem Abkommen zum Verbot von Landminen bisher nicht beigetreten ist. Auch Russland und China haben der Konvention, die bereits von 156 Staaten unterzeichnet wurde, bislang nicht zugestimmt. Der amtierende Friedensnobelpreisträger ist zu dem Schluss gekommen, „weder den nationalen Verteidigungsanforderungen noch den Sicherheitsverpflichtungen gegenüber unseren Freunden und Verbündeten genügen zu können, wenn wir diese Konvention unterzeichnen“.
Und so bleiben sie weltgrößter Geldgeber für humanitäre Projekte zur Beseitigung der Landminen. Seit 1993 flossen 1,3 Milliarden aber weltweit müssten rund 500 000 Minen-Opfer versorgt werden.
Nichts geht über eine gute Ausrede.
Abgerechnet wird zum Schluss.
Frohes Fest…