Stinkbombe

Die zuständige Behörde hätte alle notwendigen Kontrollen durchgeführt aber nichts entdeckt, hieß es aus Polizeikreisen in Athen. Schwarzpulver sei möglicherweise durch Mehl verdünnt und daher schwer erkennbar. Problem erkannt, ein Innenminister fordert den Abschuss von Verkehrsflugzeugen. Präventivschlag um Schlimmeres zu verhüten. Paketbomben im Frachtverkehr bedrohen die deutsche Tourismusbranche. Wozu also in die Ferne schweifen, hier ist es doch so schön. Die Aktionsgemeinschaft „Freier Himmel e.V.“ hat im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung „20 Jahre Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern“ den ersten Tourismuspreis des Landes erhalten. Der Schutzpatrons der Reisenden, ein heiliger Christophorus für unermüdliche Don Quichote- Kämpfer, unterstützt von der Deutschen Kreditbank.
Und nur wenige Tage später startete eine neue Marke unweit der Mülldeponie Rosenow. „Ländlichfein soll Mecklenburg-Vorpommern ein Gesicht als Genussland geben“
stinkbombe
Was aber verbindet der Einzelne mit seinem Land? Warum leben die Menschen gern hier? Welche kleinen und großen Erfolgsgeschichten gibt es zu erzählen? Antworten auf diese Fragen gab das Postkartengewinnspiel „MV tut gut, weil …“
Auch der zuständige Tourismusminister wurde am Vorabend des offiziellen ländlichfein- Startes neu ins Rennen geschickt. In der Demminer Tennishalle (hier fand die Anhörung für Europas größte Ferkelfabrik statt) beerbte er Frau Holznagel. Ihr war von verschiedenen Seiten dringend geraten worden, Stress abzubauen. Sie, die Landtagsvizepräsidentin, war 2007 persönlich in die Telliner Storchenbar gereist, um dem ansässigen CDU-Ortsverband ihre Richtlinie zum gemeindlichen Einvernehmen für die damals geplante Ferkelfabrik einzuprägen. Jürgen Seidel, Tourismus- u. Wirtschaftsminister (zuständig für die Genehmigung des Saustalls), der sie immer unterstützt habe, soll nun nach dem Willen der Mitglieder in ihre Spur treten. Er soll zur Landtagswahl ein Direktmandat für die Union gewinnen. Schon als Geschäftsführer im DDR-Erholungswesen wußte er, wie Massen zu kanalisieren sind. Folgerichtig war er nach der ersehnten Wende der Vorsitzende des Landestourismusverbandes, unterbrochen von seinen Ministerämtern. Als stellvertretender Ministerpräsident steht er hinter dem Slogan „MV tut gut“, mit dem die politische Entscheidung zur Anordnung der sofortigen Vollziehung des Genehmigungstatbestandes (Ferkelfabrik am Tollensetal) als öffentliches Interesse begründet wird, obwohl die Ableitung von 60l/s sogenannten unverschmutzten Regenwassers erst beantragt aber noch nicht genehmigt ist. „Vom Sozialismus lernen heißt siegen lernen!“ hieß es einmal. Im realexistierendem Land der Schweineproduktionsweltmeister griff Jürgen dann zur Gitarre u. sang ein Lied aus alten Zeiten, Bob Dylans „Blowin‘ in the Wind“… die Gäste bekamen für jede beglichene Rechnung einen Bernstein geschenkt. Das Gold der Ostsee als Gruß aus MV soll für Wohlstand stehen, der sich vermehrt… analog dazu wächst die Gülle im Veredlungsprogramm der amtierenden Regierungsclique. MV tut gut… ländlichfein.


1 Antwort auf „Stinkbombe“


  1. 1 reinhard 04. November 2010 um 22:58 Uhr

    obige Karte wäre für mich preisverdächtig ;-)

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