Advent, Advent…

Die dunkle Zeit hat ihren Höhepunkt fast erreicht. Der strahlende Westmüll ist auf dem Weg nach Norden.
Der UN-Klimagipfel hat seine eigenen Regeln ignoriert und den internationalen Klimaschutz wiederbelebt. Die mexikanische Präsidentschaft habe einen Schuss freigehabt, «und der hat gesessen» betonte der deutsche Umweltminister. Die betroffene Delegation Boliviens kündigte an, gegen diese Vergewaltigung vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag zu klagen. Ein UN-Tribunal für »Klimagerechtigkeit« und den Verzicht auf »Luxus und Verschwendung« gibt es noch nicht. Auch Mecklenburg- Vorpommern hat noch kein Gesetz zum Schutz von Mutter Erde verabschiedet. „Wir halten starke Reserven aus dem gesamten Bundesgebiet bereit“, teilte der Polizeioberratseinsatzleiter zum Auftakt der Castoranreise mit. “Bei diesem schlechten Wetter kann man nicht mit mehr Leuten rechnen, aber ich bin erfreut über die Leute, die den Weg hierhergefunden haben und das mit großem Ernst verfolgen. Wir können auf Demonstrationstouristen aus anderen Ländern verzichten” sagte der in seinem SPD-Wahlkreis mitdemonstrierende Ministerpräsident. Er fand es schade, dass seine Landesregierung keine rechtliche Handhabe gegen die Transporte hat.
Auch der CDU- Bürgermeister der Telliner Storchenbar war der Meinung, keine rechtliche Handhabe gegen die von der landeseigenen Beratungsgesellschaft LMS geplante u. betreute Güllefabrik zu haben. In den Dörfern seiner Gemeinde müssen die ganze Nacht alle Laternen brennen. Welch kleine Erleichterung der unter Volllast laufenden Atomkraftwerke neben dem gesamtdeutschen Lichtermeer, nicht nur zur Weihnachtszeit.
Eine Ansprache des Landesvaters an die im Regen stehenden Teilnehmer der größten Antiatomdemo Ostdeutschlands war nicht vorgesehen. Vereint in Betrübnis über das schlechte Wetter mit einem Landesverfassungsrichter wurde im Demonstrationszug gegen die höhere Bundespolitik mitmarschiert… trotz der großen Zahl angereister CastorAktivisten.
„Es ist ganz wichtig, dass man gerade in der Weihnachtszeit jenen Anerkennung und Unterstützung gibt, die Tausende Kilometer von der Heimat entfernt einen harten Dienst absolvieren“ erkannte dagegen der Bundesverteidigungsminister, schnappte sich einen Ost- u. einen West- Ministerpräsidenten und flog in dieser Herzensangelegenheit samt Gattin zur Talkshow nach Afghanistan.