Archiv für März 2011

alles hat ein ENDE,

Es geht auch hier immer noch um die Wurst. Die geweckten Bedürfnisse der Moderne sind stetig gewachsen, die Ressourcen dafür schwinden zusehends. Der Treibstoff für die Wachstumsbeschleunigung soll neu erschlossen werden. Fleischexport muss sich auch energetisch rentieren. Millionen Tonne Getreide werden verfeuert, Güllegasanlagen schießen wie Pilze aus dem Boden. Das Schicksal noch ungeborener Verwertungstiere scheint für alle Zeiten besiegelt. Die Massen armer Schweine kann im Katastrophenfall natürlich niemand evakuieren. Genehmigungen für Megaställe ohne Brandschutzkonzepte für das darin wachsende Fleisch sind keine Ausnahme.
Die in Massenquartieren erfrorenen Überlebenden der gewaltigen Katastrophe im hochindustrialisierten Japan werden weltweit bedauert. Die Opfer des normalen Hungers im Rest der Welt sterben unbeachtet an den Folgen unserer modernen Lebensweise.

Wachse oder weiche, ist die platte Parole aller amtierenden Regierungsparteien nicht nur in Wahlkampfzeiten. Auch den deutschen Exportprodukten müssen Opfer gebracht werden. Weltweit werden in jedem zweiten Mastbetrieb keimtötende Medikamente zum schnelleren Wachstum gefüttert mit der Folge, dass sich Keime entwickeln, bei denen die keimtötenden Medikamente nicht mehr wirken. Es droht die Gefahr der Fusion zum Superkeim. Experten gehen davon aus, dass deutschlandweit jährlich 400.000 bis 600.000 Infektionen durch multiresistente Krankenhauskeime verursacht werden. Bis zu 15.000 Patienten sterben daran. Die Techniker Krankenkasse fordert Meldepflicht für Antibiotika-resistente Keime, ohne aber auf den Zusammenhang zur Massentierhaltung hinzuweisen.
Ja, nicht nur die Atomlobby versucht unsichtbare Gefahren zu ignorieren. Aber wie man von Japan lernen könnte: lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende!

Feinplanung

„Zeit für deutliche Worte“ heißt das Motto nach 100 Jahren Frauentag morgen zum traditionellen merkelschen Aschermittwoch im schönen Landkreis DM. Mehr als 1.000 Gäste erwartet Deutschlands Kanzlerin in der umgebauten Tennishalle. Hier wurden zum Auftakt der Finanzkrise mehr als 700 Einwände gegen eine industrielle Abferkelfabrik für 10.000 Säue am Tollensetal erörtert.
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Inzwischen ist so einiges den Bach runtergegangen. Selbst der strahlende Verteidigungsminister hat seine Immunität aufgeben müssen. Die Würdigung der Einwände wurde jedoch schon im vergangenem Jahr abgeschlossen. Am Tag der untergegangenen Republik wurde die Baugenehmigung für den Saustall erteilt. Fussbälle als Beschäftigungsmaterial haben sich auch bei den Sauen bewährt. Der glückliche Schweineproduzent hatte noch vor knapp 5 Jahren in der Gemeindevertretung behauptet, dass er sich einen anderen Standort für seine Ferkelfabrik suchen werde, wenn es Widerstand gegen seine Pläne gäbe. Das war nicht nötig. Ein paar Kilometer weiter östlich konnte er sogar ohne Kadaverhaus drauflosproduzieren. Und nachdem er kürzlich vom Landesverwaltungsamt Halle einen Bußgeldbescheid von ca. 500.000 € € wegen Schwarzbauerei erhielt, ging er am hiesigen Standort in die Feinplanung. Schwere Technik sorgte fünf Tage vor dem Inkrafttreten des neuen Bundesnaturschutzgesetzes für Luft und Licht in Fledermausquartieren. Hier soll eine Güllegasanlage die erwartete Gewinnmarge heben helfen. Der Landesbauernverband begrüßt das Vorhaben. Die Veredlungsindustrie soll sich entfalten, ganz egal, was es kostet. Am 1. April ist Baubeginn! Diese frohe Botschaft aus dem Kreis DM musste noch vor Aschermittwoch raus. „Begeisterung für Ferkel“ kennt keine Grenzen.