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Stinkbombe

Die zuständige Behörde hätte alle notwendigen Kontrollen durchgeführt aber nichts entdeckt, hieß es aus Polizeikreisen in Athen. Schwarzpulver sei möglicherweise durch Mehl verdünnt und daher schwer erkennbar. Problem erkannt, ein Innenminister fordert den Abschuss von Verkehrsflugzeugen. Präventivschlag um Schlimmeres zu verhüten. Paketbomben im Frachtverkehr bedrohen die deutsche Tourismusbranche. Wozu also in die Ferne schweifen, hier ist es doch so schön. Die Aktionsgemeinschaft „Freier Himmel e.V.“ hat im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung „20 Jahre Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern“ den ersten Tourismuspreis des Landes erhalten. Der Schutzpatrons der Reisenden, ein heiliger Christophorus für unermüdliche Don Quichote- Kämpfer, unterstützt von der Deutschen Kreditbank.
Und nur wenige Tage später startete eine neue Marke unweit der Mülldeponie Rosenow. „Ländlichfein soll Mecklenburg-Vorpommern ein Gesicht als Genussland geben“
stinkbombe
Was aber verbindet der Einzelne mit seinem Land? Warum leben die Menschen gern hier? Welche kleinen und großen Erfolgsgeschichten gibt es zu erzählen? Antworten auf diese Fragen gab das Postkartengewinnspiel „MV tut gut, weil …“
Auch der zuständige Tourismusminister wurde am Vorabend des offiziellen ländlichfein- Startes neu ins Rennen geschickt. In der Demminer Tennishalle (hier fand die Anhörung für Europas größte Ferkelfabrik statt) beerbte er Frau Holznagel. Ihr war von verschiedenen Seiten dringend geraten worden, Stress abzubauen. Sie, die Landtagsvizepräsidentin, war 2007 persönlich in die Telliner Storchenbar gereist, um dem ansässigen CDU-Ortsverband ihre Richtlinie zum gemeindlichen Einvernehmen für die damals geplante Ferkelfabrik einzuprägen. Jürgen Seidel, Tourismus- u. Wirtschaftsminister (zuständig für die Genehmigung des Saustalls), der sie immer unterstützt habe, soll nun nach dem Willen der Mitglieder in ihre Spur treten. Er soll zur Landtagswahl ein Direktmandat für die Union gewinnen. Schon als Geschäftsführer im DDR-Erholungswesen wußte er, wie Massen zu kanalisieren sind. Folgerichtig war er nach der ersehnten Wende der Vorsitzende des Landestourismusverbandes, unterbrochen von seinen Ministerämtern. Als stellvertretender Ministerpräsident steht er hinter dem Slogan „MV tut gut“, mit dem die politische Entscheidung zur Anordnung der sofortigen Vollziehung des Genehmigungstatbestandes (Ferkelfabrik am Tollensetal) als öffentliches Interesse begründet wird, obwohl die Ableitung von 60l/s sogenannten unverschmutzten Regenwassers erst beantragt aber noch nicht genehmigt ist. „Vom Sozialismus lernen heißt siegen lernen!“ hieß es einmal. Im realexistierendem Land der Schweineproduktionsweltmeister griff Jürgen dann zur Gitarre u. sang ein Lied aus alten Zeiten, Bob Dylans „Blowin‘ in the Wind“… die Gäste bekamen für jede beglichene Rechnung einen Bernstein geschenkt. Das Gold der Ostsee als Gruß aus MV soll für Wohlstand stehen, der sich vermehrt… analog dazu wächst die Gülle im Veredlungsprogramm der amtierenden Regierungsclique. MV tut gut… ländlichfein.

Auferstanden aus Ruinen

Es ist soweit. Pünktlich am Tag der gescheiterten Republik wurde verkündet: Europas größte Ferkelaufzucht kann gebaut werden. Bau auf, bau auf…
Die Krise ist vorbei. Güldene Zeiten stehen dem Lande McPomm bevor. Die Veredlung des ganzen Landes soll kein leeres Versprechen bleiben. Mit der Entscheidung für die Ferkelfabrik wurde Mut bewiesen. Scheinbar nicht alles war schlecht in der untergegangenen Diktatur. Die Inbetriebnahme der weltgrößten Schweineproduktionsanlage im Arbeiter- und Bauernstaat wurde zwar durch eine kleine Wende unterbrochen. Aber die aktuellen neoliberalen bodenungebundenen Tierkonzentrationsanlagen zeigen, wie effektiv auch andere Massen dirigiert werden könnten. Eine geplante Kindergartenpflicht im ersten Lebensjahr komplettiert die amtlichen Betreuungsanordnungen nicht nur der Rentnerschaft.
bubenstreich
Weniger ungebunden regieren die gewählten Volksvertreter. Sie beanspruchen immer mehr Raum in der Gesellschaft.
In McPomm tummeln sie sich in einem Märchenschloss, für das sie den Weltkulturerbetitel beanspruchen. Ein Gutachten dazu ist heute Diskussionsgrundlage einer Konferenz in der sich stolz präsentierenden Landeshauptstadt. Traditionspflege ist eine feine Sache.
Ja, ja… wer hat das Schwein zur Sau gemacht?

das Schweinesystem

Der Generalstreik in Spanien ist überstanden. Sozialkürzungen sind in Europa keine Ausnahmen mehr. Die Feierlichkeiten zum Einheitsjubel werfen ihre Schatten voraus. Gestern im Badeort Warnemünde bei der Zusammenkunft mit den Chefs der neuen Bundesländer zieht die Kanzlerin eine positive Bilanz: „Osten hat Vieles erreicht.“ Zeitgleich wurde im westdeutschen Stuttgart ein „Krieg gegen Bürger“ praktiziert. Ein Polizeigroßeinsatz stürmte den Schlossgarten. Mehr als 280 alte Bäume mit bis zu fünf Metern Stammumfang sollen gerodet werden. Friedliche Revolution war nicht gewollt.
Der Einheitskanzler warnte die CDU davor, ihre Wurzeln zu verlieren, heute. Vor 20 Jahren war Vereinigungsparteitag. Die Ost-CDU brachte als Mitgift ihre 14 Tage zuvor aufgenommenen Bauern (DBD) mit. Und so verwundert es niemanden, wenn im von der CDU mitregierten Großbauernland MV Genehmigungsverfahren im Bereich der Errichtung von Tierhaltungsanlagen gestrafft und durch eine offensive Öffentlichkeitsarbeit begleitet werden sollen.
Gammelfleischproduktion angekurbeln und mit Bürgerinitiativen kurzen Prozess machen.
Folgerichtig vereinte sich in Meck-Pomm Investigativer Journalismus und Hofberichterstattung:
Heute z.B. berichtet NDR 1 Radio MV, dass es Anzeichen dafür gibt, “ dass das Amt für Landwirtschaft und Umwelt in Neubrandenburg die Genehmigung für Europas größte Ferkelfabrik in Alt Tellin im Landkreis Demmin erteilen will.“ Als einziges Anzeichen stellt sich aber auf Nachfrage heraus, dass heute die zuständige Sachbearbeiterin in den Schwangerenurlaub gegangen ist. Europas größte Abferkeleinrichtung (1Mill. Schweine pro Legislaturperiode der Volksvertreter) als Erfolgsmeldung zum aktuellen CDU- Einheitsparteitag zu präsentieren ist ein verständlicher Wunsch des regierenden Parteiapparats u. seiner Klientel. Dem stehen über 700 Einwände von Anwohnern und Umweltschützern gegenüber. Tausende verbrannter Tiere in Großanlagen zeigen in der Praxis, dass diese eher als entzündbare Brandlast gewertet aber unmöglich evakuiert werden können.

Übermorgen zur Deutschen Einheit in Bremen werden heftige, gewalttätige Demonstrationen erwartet. Schon die Bremer Stadtmusikanten haben die Räuber aus ihrer Behausung vertrieben. Bremen ist das einzige Bundesland, in dem ein Bürgerantrag „Klagerecht für den Tierschutz“ umgesetzt wurde. Seit 2007 ist es dort erstmals möglich, gerichtlich prüfen zu lassen, ob Verantwortliche sich an das Verfassungsgebot Tierschutz halten.
Die kollektive Einflussnahme des Einzelnen wächst also doch…
Und Stuttgart 21 zeigt wie ziviler Ungehorsam die üblichen Verblödungskampagnen überwinden kann. Über 100 000 Demonstranten fordern „Baustopp Jetzt“!
Hat die Wende jetzt den Westen erreicht? Das könnte wirklich gefeiert werden. Der Druck auf Frau Merkel und ihre ganze Bande muss stärker werden, lautet die aktuelle Forderung.

Tag der Heimat

Es war nicht die Absicht des Atheisten aus dem dänischen Königreich, den Kopf des Propheten zu sprengen. Unsere Massenmedien machen Propheten überflüssig. Und auch die Freiheit der Kunst beschleunigt Einschaltquoten u. Verkaufserlöse. Dafür gab es im Schloss Sanssouci den symbolischen „Preis der europäischen Presse“, für eine europäische Persönlichkeit, die durch ihr Schaffen in Europa und der Welt Spuren hinterlassen hat. AH, auch die bekannteste Spur im Internet kommt traditionell aus Deutschland. Das „Tor zur Hölle“ wurde im Schatten des Kölner Doms erkannt. Pastor Terry Jones hatte für 30 Jahre neben dem Teufel sein Quartier aufgeschlagen, dann war es Zeit zu gehen. Er hatte den Kampf um Europa verloren. „Er musste bei Nacht und Nebel aus Deutschland flüchten“, sagte ein deutscher Sektenexperte. Da die Welt im Begriff sei, den Lügen des Islams zu erliegen, wollte der Vertriebene in Amerika, heute am „Tag der Heimat“, den „Burn a Koran Day“ ins Leben rufen, eine feierliche Bücherverbrennung zur Erinnerung an Terroropfer und „gegen das Böse des Islams“.
abendland
Das globale Medienecho war gewaltig und so konnte der US- Pastor dem US-Fernsehsender NBC verkünden: „Wir werden den Koran definitiv nicht verbrennen. Heute nicht, niemals… ich kann das absolut garantieren.“ Er weiß, der Moscheebau der nahe Ground Zero geplant ist, erregt die Mehrheit der US- Gemüter. Auch in Deutschland tobt der Kulturkampf.
Tausende demonstrierten in der Bundeshauptstadt gegen Überwachung im Alltag und die Speicherung von Daten durch den Staat für „Freiheit statt Angst“.
Aber es gibt wichtigeres: Der Bund der Vertriebenen hat dem Bürgermeister der Vorzeige- Hermannstadt für seine unermüdlichen Bemühungen für die verbliebene deutsche Minderheit eine Ehrenplakette verliehen. Die meisten Deutschen waren nach der Wende ins alte Mutterland gezogen. >Mehrere Tausend Roma dagegen müssen gegen ihren Willen zurück nach Rumänien. Anhänger nationalpopulistischer Parteien und Bewegungen wollen das Abendland retten.
Auch das globalisierte Europa hat seine Grenzen. Doch Totalherbizide der Agroindustrie machen nicht Halt vorm deutschen Gartenzaun. Junge Keime und alte Halme sollen gemeinsam golden sterben.
Nach dem Nachweis von Glyphosat im dänischen Grundwasser ist dieses dort seit 6 Jahren verboten. Fütterungsversuche in geringer Konzentration haben zu Störungen der Zellteilung, als Vorstadien zu Krebs geführt. Zur goldenen Ernteerleichterung beim Getreide gehört eine Nebenwirkung: das im Behandlungsjahr anfallende Erntegut/Mähgut darf nicht verfüttert werden. Aber Mutter Natur spielt immer weniger mit. Schwierige Witterung verdoppelte die Dauer der Ernteschlacht in Meck-Pomm. Erst heute konnte sie der Bauernverbandspräsident für beendet erklären. Die Biogasanlagen der Energiedörfer erwartet eine magere Beute.
Der kalte Krieg steht wieder vor der Tür. «Grippeviren sind unausrottbar» verkündet Herr Wolff vom Koch-Institut.
Wie das pommersche Platt, dass tausende Pommern durch Auswanderung ins fremde Brasilien, in ständige Angst vor dem Krieg, gerettet haben.
Der Kampf gegen die Schweinegrippe hat neue Formen angenommen.

+++weltfriedenstag+++

Heute, nach offiziellem Ende eines siebeneinhalbjährigen Kampfeinsatzes, er kostete über eine Billion Dollar und hinterließ Rekorddefizite für eine Supermacht, verbleiben knapp 50 000 US-Berater im desolaten neuen Morgenland. Dem dortigen Chaos fehlt noch die neue Regierung.
Während der z.Z. amtierende irakische Staatschef Armee und Polizei seines Landes für fähig hält, die »volle Verantwortung« für die Sicherheit zu übernehmen, hat die z.Z. amtierende deutsche Regierung das größte Sparpaket in der Geschichte der Bundesrepublik verabschiedet: Im kommenden Jahr sollen die Sozialleistungen beschnitten werden.
lilienhimmel
Anderen steht das Wasser schon jetzt bis zum Hals. Das Geheimnis der EU-Agrarmilliarden ist gelüftet. Deutsche Bauern erhalten jährlich gut 5,4 Milliarden Euro. Die Landwirtschaft verspricht wieder satte Gewinne. 20 Millionen betroffene Pakistaner dürfen auf von unserer Bundesregierung auf den Weg gebrachte 15 Mill. Euro hoffen. Etwas beachtlicher ist dagegen die Ablöse-Rekordsumme von 93 Mill. Euro im Fussballgeschäft, die Spanien im Vorjahr für einen einzigen Portugiesen zahlte. Katastrophen sind keine Strafe Gottes, sondern von Menschenhand verursacht…
So können Großgrundbesitzer letztendlich die Fluten zum Schutz der eigenen Ernte umleiten in die Städte die von immer mehr Landflüchtlingen besiedelt werden. Im Zuge dieser forcierten Urbanisierung entstehen zwangsläufig neue soziale und politische Konflikte.
Auch in MV ist durch Flutung ein Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung mit silbernen Reihern und fischenden Adlern entstanden. Doch dessen Gegner, darunter ein Ex-Bürgermeister aus dem Kreis DM, behaupten, die vielen Wildschweine, die in landwirtschaftlichen Kulturen wüten, würden sich in der „sibirischen Taiga“ der Renaturierung gar nicht mehr schießen lassen. Das sieht man auch in Rheinland-Pfalz so. Der dortige Bauernverband fordert militärische Hilfe.

Das SOMMERLOCH

Vorsichtige Entwarnung: „Wir haben überall sinkende Pegelstände“ verkündete die Sprecherin des Katastrophenschutzstabes. Die Schweinegrippe-Pandemie ist vorbei. Das neue H1N1-Virus habe den Großteil seines ursprünglichen Gefahrenpotenzials eingebüßt. Das von Tierschützern besetzte Baugelände für Europas größten Geflügelschlachthof wurde geräumt. Der Weg ist frei für die 6,5 Mill. € Subvention, “der höchste Wirtschaftsförderungsbetrag” den das Zukunftsland Niedersachsen dieses Jahr ausgegeben hat. Das steuerfinanzierte Prestigeprojekts der dortigen Landesregierung wird befördert von einer mastkükenbrütereibetreibenden Agrarministerin. Astrid Grotelüschen (CDU) steht inzwischen im Verdacht auch mitverantwortlich für Tierquälereien in Puten-Mastbetrieben in Mecklenburg-Vorpommern zu sein. Doch der Stallbauboom im Nordwesten Deutschlands ist ungebrochen. Es ist einfach so, dass der Geflügelmarkt wächst, sagen die Schlachthofbetreiber…
broilerdemo
„Das Einzige, dass 100 % sicher ist im Leben, das wir alle mal tot müssen“ verkündete Geschäftsführer Fleming der Rothkötter- Firmengruppe, die den größten Geflügelschlachthof Europas errichten will, den 400 neu zu errichtende mordshungrige Stallanlagen füttern sollen.
Aber, das was vor kurzem noch ein ostdeutsches Problem war − wachsende Widerstände in der Bevölkerung gegen die ungeliebten Konzentrationsanlagen − greift nun immer stärker auch im Westen um sich. Das Privileg der Agrarier, im Außenbereich bauen zu dürfen gerät ins Wanken.
Immer häufiger fehlen den vielen Antragstellern die Flächen um Futter anzubauen. Das könnte dazu führen, dass die bodenungebundenen Tierhaltungsanlagen – also ohne 50 % Futterfläche – nur noch im Rahmen von Planungsverfahren genehmigt werden könnten. Dann könnten die Kommunen selbst darüber entscheiden, wie viel und wo zukünftig noch Tierhaltungsanlagen entstehen dürfen. Das würde die betriebliche Entwicklung vieler Veredlungsbetriebe massiv einschränken. Wir leben in einer mittelbaren – repräsentativen – Demokratie. Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Der diesjährige Tierbefreiungskongress endet am Freitag den 13. August. Das Leben könnte so schön sei. Die neue saisonale Grippeimpfung im Herbst umfasst auch eine Komponente gegen die Schweinegrippe.

bottom kill

Das Bottom-up-Prinzip soll helfen, den ländlichen Raum außerhalb der Städte zu entwickeln. Dieser EU-Förderansatz begleitet die US-orientierte Großagrarwirtschaft auch in Deutschland. Die Automatisierung des Krieges auch auf den Feldern scheint unaufhaltsam. Und so verkünden die zuständigen Minister die Unmöglichkeit, frei von Gentechnik produzieren zu können. Überall Spuren. Dem Fortschritt könne man sich nicht mehr verschließen. Aber Zement bindet ab und ein Großteil von 780 Millionen Liter entwichenem Rohöl hat sich im Großen Ganzen aufgelöst. Die deutsche Pkw-Flotte hätte damit 2,5 Tage fahren können… z.B. vom 6. bis zum 9. August. endfree
Ab Mitte August könnte laut BP die Nachfolgeoperation “Bottom Kill” anlaufen. „Da ist noch eine Menge Gas und Öl, und wir werden irgendwann darüber nachdenken müssen, was wir damit machen“, sagte BP-Manager Doug Suttles vor Journalisten. Die Triebkräfte des Marktes sind kaum zu stoppen. Der Wunsch nach Heiler Welt ist ungebrochen. Der Doppelkopfminister Backhaus im schönen Bundesland MV setzt weiter auf Veredlungswirtschaft. Er hat im Namen des ihm unterstehenden Staatlichen Amtes die Natur durch die Landwirtschaft ausgetauscht. Er will die hiesige Tierproduktion verdoppeln und verdreifachen. Aber Mutter Natur ließ in der Hitze des Sommerlochs die Futterpflanzen selbst für den zu kleinen Tierbestand verdorren. 40.000 Masthühner im Kreis Uelzen starben den Erstickungstod, doch vor allem ein Brandanschlag auf eine gerade fertig gestellte noch unbesetzte Mastanlage erhitzt die Gemüter. So erwarten letztendlich die modernen Biogasanlagen Energiezufuhr aus Übersee. Und sogar in Moskau lässt die dicke Luft den Glauben an Gewinner des Klimawandels schwinden.

Allmenderasen

Jeden Tag geht die Fläche von 125 Fußballfeldern verloren… der deutschen Landwirtschaft. Nur noch 47,4 % der Gesamtfläche können für die Erzeugung von Lebensmitteln und nachwachsenden Rohstoffen genutzt werden (EU 57,1%). Die Konkurrenz auch um landwirtschaftliche Böden verschärft sich. Acker zu Bauland… welch ein Gewinn. Das globale Volk ohne Raum soll die Rechnung zahlen. Bodenungebundenes Leben für Mensch und Tier ist nicht für Null zu haben. Veredlung hat ihren Preis. Das Tönnies-Fleischwerk wird 10 000 Bratwürste für den Sachsen-Anhalt-Tag kostenlos zur Verfügung stellen. Das Überangebot von Konservierungsstoffen in einem einzigen Würstchen erhöht die Gefahr einer koronaren Herzerkrankung um 42 Prozent. So belehrt uns eine aktuelle Studie der Harvard School of Public Health mit 1,2 Mill. Teilnehmern. Konservierung hat ihren Preis.
fridenDer ganzjährige Zugriff auf Erdbeeren ist nicht in jedem Fall unblutig zu haben. Und das Immergrün des Rasens darf nicht über das menschliche Maß hinauswachsen. Ansonsten tauchen fremde Kräuter im uniformen Verwaltungsbereich der eigenen Zugriffsrechte auf. Draußen vor der Tür schwingen emsige 1€-Jobber die Rasentrimmer an den Rändern der gemeindlichen Allmendereste. Das Rasenmäherprinzip vereint Gewinner und Verlierer des größten Sparpaketes seit der bedingungslosen deutschen Kapitulation. So hat neben der Krise der Arbeitgeberpräsident die Chefs in den Unternehmen dazu aufgerufen, den Arbeitnehmern während der Arbeitszeit den Blick zum Kap der Hoffnung zu erlauben. Auch der Gewerkschaftschef vertritt diese Meinung. Das soll den Zusammenhalt der Belegschaft fördern . Die Umverteilungen nach oben durch die leistungslosen Einkommen aus Kapitalbesitz von ca. ½ Billionen € jährlich bleiben unabhängig davon die Garantie für die weitere Umgestaltung unserer Gesellschaft. Die drei Bestandteile der staatlichen Ordnung (Volk, Boden und Gewalt) bekommen neue Relationen. Immer mehr Leben wird auf zugewiesenem Raum kontrolliert und reguliert. Selbst Bienen werden wie Schweine gehalten. Ihr Nahrungsangebot der Monokulturen erfordert Zusatzfutter und Pharmazeutika. Die Verwaltungsmacht wächst. Der Kapitän verlässt aus Prinzip nicht das sinkende Schiff. Wo soll er auch hin? Wenn die Wahrscheinlichkeit für eine nachhaltige friedliche Welt bei 1% liegen soll, dann ist Hoffnung von 99% fast unumgänglich.

Nachruf zur Befreiung

Nur einen Tag nach dem „Tag der Befreiung“ der nur in MV ein deutscher Gedenktag ist, nimmt die Bundeskanzlerin an der Truppenparade zur Siegesfeier in Russland teil. Auch nach 65 Jahren hat sich grundsätzlich wenig geändert in der schönen neuen Welt. Die Demonstration der Stärke hat ihre Faszination behalten. Rüstung ist kein Luxus, sondern Motor der Wirtschaftskraft. Doch davon ist im schönen MV wenig zu spüren…
Im Kreis DM, wo die Kanzlerin traditionell ihre Aschermittwochrede hält, wurde der 8.Mai jetzt zwar mit Kanonenschüssen der Demminer Schützengilde eröffnet aber wieder traditionell mit einem rechten Trauermarsch beendet. 250 Polizisten waren wegen des Aufzugs etwa ebenso vieler Rechtsextremer im Einsatz. Zum Ende des Krieges wurde hier sprichwörtlich bis zur letzten Patrone gekämpft. Während der Apotheker mit seinen Söhnen im Hauseingang liegend, die Straße unter Feuer nahm gegen einrückende Rotarmisten, haben seine Frau und seine Töchter im Keller die Gewehre nachgeladen, berichtet ein Zeitzeuge über die „letzten Gefechte“. Die Parlamentäre, die für eine kampflose Übergabe der Hansestadt ihr Leben riskierten wurden zuvor erschossen.
Dafür gibt es kein Totengedenken…
kriegerdenkmal
Das 1946 in Demmin vom Sockel gestürzte Kriegerdenkmal wurde nach der Friedlichen Revolution wieder ausgegraben u. saniert: Ross u. Reiter erlebten ihre Wiedervereinigung. Der Landesvorsitzende des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge im befreiten MV ist der amtierende Innenminister. 160 seiner randalierenden landeseigenen Schützlinge wurden am Abend des 8. Mai im bevölkerungsreichsten Bundesland von der Polizei festgenommen. Zur Siegesparade am Wahlsonntag wurde trotz alledem der eigene Torhüter so stark von einem Feuerwerkskörper aus dem eigenen Fanblock getroffen, dass er behandelt werden musste. Aggression und Angriffslust wächst im Abstiegskampf. Niederlagen sind schwer auszuhalten.
„Neue Brücken braucht das Land- Nie wieder Krieg“ verkündete ein Bündnis für ein lebenswertes und lebendiges Demmin der Zukunft und der regierende Landesvater legte am Denkmal „Die Mutter“ im Schweriner Vorort Raben Steinfeld einen Kranz nieder.
Und im ferneren Indien untersucht ein Team von Militärärzten einen Yogi. Sie erhoffen sich Erkenntnisse für das Überleben im Katastrophenfall.

„Better City, Better Life“

Gestern wurden in Deutschland traditionell die Scheiterhaufen angezündet.
Zum Hexenbrennen muss Bier fließen. Dann kommt der gesetzliche Feiertag.
Der Tag der Arbeit ist einer der wichtigsten hiesigen politischen Feiertage. Er wurde am 1. Mai 1933 durch die NS-Arbeiterpartei festgesetzt. Die hatten Großes vor. Straßen wurden gebaut u. Granaten gedreht. Das Volk ohne Raum kurbelte die Wirtschaft an.
Arbeitshäuser sollten Landstreicher, Arbeitsscheue u. Müßiggänger an ein geordnetes gesetzestreues Leben gewöhnen.
1938 in der „Aktion Arbeitsscheu Reich“ verlagerte die Gestapo Insassen der Arbeitshäuser in Konzentrationslager. Dort empfing sie der Spruch „Arbeit macht frei“.
Der Tag der Arbeit hat die bedingungslose Kapitulation überlebt, Arbeitshäuser wurden wieder eingeführt. Die Dollarsonne ging auf, das Wirtschaftswunder begann von vorn…
tag der arbeit
Am 1. Mai im neuen Jahrtausend übernahm ein deutscher Direktor die Führung des Internationalen Währungsfonds. Er sah in der schnellen Ausdehnung der Finanzmärkte den Motor des weltweiten wirtschaftlichen Wachstums.
Der Immobilienblase folgten die Abwrackprämien. Griechenland erlebt jetzt vor allen anderen die härtesten Sparmaßnahmen seit dem 2. Weltkrieg. Der Ministerpräsident musste erkennen, dass es keine Alternative mehr gibt zur „Liste der Grausamkeiten“ die er in Absprache mit dem IWF noch einmal verlängert.
Mehr Arbeit für weniger Lohn. Das deutsche Grundgesetz erlaubt Zwangsarbeit nur bei Freiheitsentzug. Die strafrechtliche Relevanz von Arbeitshäusern wurde zwar nach 1968 zu den Akten gelegt aber seit 2005 treibt eine „Eingliederungsvereinbarung“ in der Nachfolge der Arbeitshäuser so manchen Hartz IV-Betroffenen über Ausgrenzung u. Entwürdigung in Ausweglosigkeit und Suizid.
Doch die Welt ist auf der Suche nach der idealen „Stadt der Harmonie“. Die größte u. teuerste Expo aller Zeiten ist eröffnet. In Deutschlands Pavillion, dem größten der jemals auf einer Expo aufgetreten ist, gibt es unter dem Motto „balancity“ Sauerbraten und Schweinshaxe. Zuvor hatte ein Großbrand im deutschen Brandenburg eine Schweinemastanlage völlig zerstört:
„Die Einsatzkräfte, die in ihrem Feuerwehr-Leben schon so allerhand miterlebt hatten, gerieten an die Grenze ihrer psychischen und physischen Belastung. Das Schreien der kleinen Tiere klang ihnen noch Tage später in den Ohren. Der Anblick völlig desorientierter, verängstigter Jungtiere, teilweise mit angesengtem Fell oder dem Erstickungstod durch Rauchgas nahe zerrte an den Nerven der Helfer und Retter…“ Nach fünf Stunden wurde „Feuer aus“ vermeldet. Fast alle 2-3 Tausend Tiere starben in dem Inferno.
Auch bei der explodierten Ölplattform im Golf von Mexiko war wohl der zu erzielende Profit die einzige Triebfeder für die Produktion.
Das Rückkopplungsventil
, „ein absolut zuverlässiger Mechanismus“ wurde eingespart. Das begehrte knapper werdende Öl entwickelt so als süßer Brei seine Eigendynamik. „Gegenüber der Natur wie der Gesellschaft kommt bei der heutigen Produktionsweise vorwiegend nur der erste, handgreiflichste Erfolg in Betracht; und dann wundert man sich noch, daß die entfernteren Nachwirkungen der hierauf gerichteten Handlungen ganz andre, meist ganz entgegengesetzte sind, daß die Harmonie von Nachfrage und Angebot in deren polaren Gegensatz umschlägt…“ wurde schon im vorvorherigem Jahrhundert erkannt. Und: „Am wesentlichsten aber war die Wirkung der Fleischnahrung auf das Gehirn, dem nun die zu seiner Ernährung und Entwicklung nötigen Stoffe weit reichlicher zuflossen als vorher, und das sich daher von Geschlecht zu Geschlecht rascher und vollkommener ausbilden konnte.“
Das Resultat heute kennen wir.
Ohne „eine vollständige Umwälzung unsrer bisherigen Produktionsweise und mit ihr unsrer jetzigen gesamten gesellschaftlichen Ordnung“ bleibt alles beim Alten.
In diesem Sinne: Es lebe der 1. Mai… der Tag des Einkommens.

Langer Atem

Der Winter war lang, da scheint es mehr als angemessen, einen Grillabend zu zelebrieren. Die hiesigen Schweineproduzenten erwarten den lang ersehnten Anstieg der Schweinepreise. Das ist das Gegenteil des Blutgeldes, das als finanzieller Ausgleich im ferneren Osten an betroffene Opferfamilien gezahlt wird. Nur wenige Stunden nach dem blutigen Karfreitag in Kundus hatten die Deutschen versehentlich sechs afghanische Kollegen getötet. Im Bundeswehrcamp hieß es am Samstagmorgen, es habe am Freitagabend „leider unnötig gekracht“. Das schlechte Wetter und das diffuse Abendlicht ließ die Deutschen bei dem „bedauerlichen Zwischenfall“ das Feuer eröffnen. Der Krieg hat einen langen Atem. Der Verteidigungsminister erklärte seiner kleinen Tochter, die getöteten „echten Patrioten“ seien drei Helden gewesen. Die drei hätten den höchsten Preis bezahlt, den ein Soldat bezahlen könne, erkannte die Kanzlerin vor mehr als 1000 Trauergästen „Ich verneige mich vor ihnen, Deutschland verneigt sich vor ihnen“ (ich bin Deutschland). sagte die Regierungschefin. Sie steht sehr bewusst hinter diesem Einsatz, im Gegensatz zum Großteil des betroffenen Volkes. Ganz anders sieht es im Nachbarland aus. Dort sind nicht drei Besatzungssoldaten im umgangssprachlichen Kriegseinsatz gefallen, sondern der Präsident und ein Teil der politischen Elite ist auf dem polnischen Versöhnungsflug abgestürzt. „Angesichts eines solchen Dramas ist unsere Nation geeint“, sagte der derzeitige Parlamentspräsident. Die zusammengewachsenen Deutschen aber eint die Grillsaison. Mal richtig ausatmen: CO2 ist für alle da…
grillsau
Noch nie wurden in Deutschland so viele Schweine geschlachtet, wie im vergangenen Jahr. Rund 56 Millionen vermeldete kürzlich das Statistische Bundesamt – absoluter Rekord. Vergasung als billige Tötungsmethode hat Tradition. Obwohl es gegen das Gesetz verstößt, geraten jedes Jahr über eine halbe Million Schweine lebend statt tot in die Brüh- und Zerlegemaschinerie… der lange Atem bis zum Tod. Die zuständige Landwirtschaftsministerin Aigner verweist auf den Freiraum, der noch bis 2013 Zeit lasse, strengere EU- Vorschriften umzusetzen.
Solange will sich der deutsche Papst Benedikt XVI. nicht Zeit lassen. Er will das mysteriöse Grabtuch von Turin, das der Überlieferung nach den Leichnam Jesu bedeckt haben soll, möglichst bald sehen. Auf dem Tuch ist das Blut vom lebenden Gekreuzigten vom seriösen „Leichenblut“ mit Wasser deutlich zu unterscheiden. Auch die Qualen schlecht entbluteter oder falsch betäubter Tiere schlagen sich negativ auf die Fleischqualität nieder. Fleisch und Wurst sind weniger lange haltbar und oft auch wässriger.
Wirklich bedenklich aber ist die „unheimliche fleischfressende Krankheit“, ausgelöst durch den caMRSA Erreger USA300, dem gefährlichsten Killer-Keim der Gegenwart, sein Siegeszug um die Welt scheint unaufhaltsam. Dass sich Menschen in den Tierställen mit einem gegen zahlreiche Antibiotikaklassen resistenten Keim infizieren können, haben Wissenschaftler nunmehr bestätigt.
Hierzulande erkranken jährlich etwa 160.000 Menschen, die sich in Krankenhäusern oder Ambulanzen mit den multiresistenten Erregern anstecken. Etwa 1.500 von ihnen sterben an den Folgen dieser Infektion. Wegen fehlender Meldepflicht dürfte die Dunkelziffer etwas höher seit.

nichts ist unmöglich?

Der 1. April ist vorbei. Noch gibt es keine Katzensteuer. Aber Arbeitslose sollen das Einkaufen nicht verlernen. Sechs bis neun Monate Shopping- Training im Übungssupermarkt unter Geschäftsführer Westerwelle sind kein Scherz. Wer sich nicht darauf einlässt, fliegt nach zwei Abmahnungen raus. Deutlich länger hat sich der Rauswurf des geplanten Luft-Boden-Schießplatzes aus der Kyritz-Ruppiner Heide hingezogen. Erst nach 18 Jahren gab das Verteidigungsministerium das Vorhaben auf. Mit offizieller Genehmigung der Bundeswehr wurde am Ostersonntag ihr Wegtreten nicht nur in der Freien Heide gefordert. «Das Gebiet muss unverzüglich aus dem Ressortvermögen der Bundeswehr gelöst werden und in das Nationale Naturerbe übernommen werden» … für 100 000 Touristen jährlich. Eine Nachnutzung der anderen Art startete am „Car-Samstag“ im dichter besiedelten deutschen Abendland. Dort wo in der moralischen Trümmerlandschaft der Nazidiktatur, die CDU eine neue freiheitliche Ordnung zu begründen versuchte, warteten Sexy Girls auf ihren Fototermin beim ersten markenoffenen TuneUp Meeting 2010. Nochmal richtig Gas geben und für den lautesten Auspuff einen Pokal absahnen. Weit entfernt von den Ansätzen dieser unserer Normalität verteidigen Afghanen ihr Land traditionell gegen Besatzer. Umgangssprachlich sei das Krieg, erkannte inzwischen Deutschlands dafür zuständige Minister. Und der zuständige Präsident am Hindukusch droht, die Seiten zu wechseln, wenn sein Wahlsieg von der UNO weiter beschmutzt würde. Dann könnten die Taliban eine legitime Widerstandsbewegung werden.
osterling
Am Deserteurdenkmal in Stuttgart begann die größte Ostermarschveranstaltung in Deutschland.
Der dort ansässige Daimler-Konzern hat in Berlin die Notwendigkeit der Kostenersparnis verkündet. Nach der 185 Millionen Dollar Strafe für seine Schmiergeldaffäre hat das Unternehmen die Botschaft der Börsenaufsicht SEC verstanden und die richtigen Schritte eingeleitet. Die Daimler-Zentral-Niederlassung wird zurückbeordert. Ein Schock für die insgesamt 2 000 Berliner Kollegen. Ihr Protest könnte den Ostermarsch in der Bundeshauptstadt in den Schatten stellen…
Der einzige Ostermarsch in der Schweiz hatte ein anderes Thema. Dieses Jahr wurde der Zusammenhang von Gewalt und Krieg mit sozialer Ungerechtigkeit, eben wirtschaftlicher Gewalt thematisiert:«Frieden auf den Feldern – Frieden auf dem Teller!»
Das Wasser, der Boden, der Wald sind natürliche Ressourcen, erneuerbare Ressourcen, die nie ausgeschöpft sind, wenn sie nachhaltig genutzt werden. Gute Nahrung braucht aber viele Hände, praktisches Wissen und eine große Erfahrung. Lokale und regionale Selbstversorgung ermöglichen kurze Kreisläufe und eine von den Großverteilern unabhängige Ernährungssicherheit.
„Urbi et Orbi“ schallt es aus dem Vatikan. Aber die Zeiten haben sich geändert. „Urbi statt Orbi“ ist die Devise. Doch eine eindrückliche und stetig wachsende Zahl junger Menschen hat die Lebensbedingungen in den Städten satt und sucht nach praktischer Tätigkeit und nach Lebenssinn.